Hamburg wird nicht zu Unrecht als „Tor zur Welt“ bezeichnet. Das kosmopolitische Selbstverständnis der Stadt und ihrer Einwohner kommt auch in den Kunstgalerien zum Ausdruck. In diesem Beitrag stellen wir drei weitere Galerien in Deutschlands Norden vor.

Kunstverein in Hamburg

Als eine der ältesten Kunstvereine Deutschlands widmet sich der Hamburger Kunstverein seit 1817 formell der Präsentation der besten zeitgenössischen Kunst. Die Geschichte der Institution ist bunt: Mitten in der Märzrevolution hat sie ihre fortschrittliche Philosophie weiterentwickelt und 1936 ihre Ausstellung Malerei und Plastik in Deutschland durch den nationalsozialistischen Kulturminister Adolf Ziegler stoppen lassen. Auch heute noch stellt die Galerie anerkannte Normen infrage. Die Ausstellung „Let’s Make the Water Turn Black“ hat die kinetischen Kreationen des kanadischen Künstlers Geoffrey Farmer nach Deutschland gebracht. Dieses mechanische Theater aus Skulptur, Licht und Klang ist nie zwei Mal dasselbe und bringt mit komplexen Algorithmen Ideen von Freiheit und sich ständig weiterentwickelnder Identität ins Spiel.

Hamburger Kunsthalle

Beim Verlassen des Hamburger Hauptbahnhofs fällt als erstes Gebäude die große Fassade der Hamburger Kunsthalle ins Auge. In diesem alten Gebäude befinden sich einige der größten Kunstwerke der letzten fünfhundert Jahre, darunter David Caspar Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Jenseits des großen alten Eingangs ragt eine riesige weiße Kiste, ein charakteristisches architektonisches Werk von Oswald Matthias Ungers, empor. Das markante kubistische Gebäude beherbergt die Galerie der Gegenwart, in der sich eine ständig wechselnde Auswahl zeitgenössischer Kunst von der Pop-Art der 1960er Jahre bis zur Gegenwart befindet. Die Kuratoren legen Wert auf die ständige Einführung neuer Werke und die Neubewertung des Alten. Der Ausstellungsraum ist immer in Bewegung. Kein kultureller Überblick über Hamburg ist komplett ohne einen Besuch in dieser denkmalgeschützten Galerie.

Deichtorhallen

Die Deichtorhallen bilden das Rückgrat der Hamburger Kunstmeile, die eines der größten Zentren für zeitgenössische Kunst in Europa bildet. Die dreiteilige Struktur der Galerie umfasst drei künstlerische Medien. Im Zentrum des Gebäudes zeigt die Halle für aktuelle Kunst konventionellere Werke der Malerei und Bildhauerei. Im Südgebäude ist das Haus der Fotografie eine Hommage an die internationale Fotografie, die von den Anfängen des Mediums bis in die Gegenwart reicht. Die Satellitengalerie Sammlung Falckenberg zeigt multimediale Großinstallationen.