Was den deutschen Kunstmarkt in jüngster Zeit schockiert hat, ist die Verabschiedung des neuen Kulturschutzgesetzes im Deutschen Bundestag. Die Novellierung des Gesetzes zum Schutz des Kulturerbes von 1955 soll den illegalen Handel mit geraubten Antiquitäten verhindern, der durch die andauernden Konflikte in Syrien und dem Irak entstanden ist.

Worum geht es?

Das neue Gesetz soll zudem verhindern, dass die für das deutsche Kulturerbe bedeutsamen Kunstwerke aus dem deutschen Kunstmarkt ausgelagert werden. Obwohl das ursprüngliche Ziel in gewisser Weise eine gute Absicht hatte, gibt es eine Menge Kritik aus Reihen der Kunstsammler, Händler, Künstler und anderen Kunstliebhabern.

Ausfuhrgenehmigung

Jedes Kunstwerk, dessen Wert 300.000 Euro übersteigt oder das älter als 70 Jahre ist, soll künftig von einer Ausfuhrgenehmigung begleitet werden. Unabhängig davon, ob es in Länder der Europäischen Union oder anderswo hin exportiert wird. Die einzige Ausnahme bezieht sich auf die Werke lebender Künstler, die unabhängig vom Entstehungsjahr keine Ausfuhrgenehmigung benötigen. Diese Lizenz sollte vom Händler erworben werden, gefolgt von einem Nachweis der Echtheit und der legalen Herkunft des Stückes, mit einer Dokumentation, die mindestens 30 Jahre zurückreicht.

Kulturgüter von nationaler Bedeutung

Alle Kunstwerke, Antiquitäten und Denkmäler, die in der Datenbank des Kulturgutes von nationaler Bedeutung registriert sind, können keine dauerhafte Ausfuhrgenehmigung erhalten. Das Gesetz gilt sowohl für private als auch für öffentliche Werke. Diese Werke können nur innerhalb des deutschen Kunstmarktes gehandelt werden. Das Gesetz wird eine Bestimmung darüber enthalten, was als ein Werk von nationaler Bedeutung anzusehen ist. Doch wenn man bedenkt, dass eine solche Definition unklar ist, werden die Gerichte das letzte Wort in dieser Angelegenheit haben. Jeder Staat, in dem sich das Kunstwerk befindet, ist für die Aufnahme in das entsprechende Register verantwortlich. Der Eigentümer muss Fotos von den Werken machen, um sie zu registrieren. Der Staat muss auch benachrichtigt werden, falls der Eigentümer den Standort verändern möchte. All dies auf eigene Kosten.

Museen und öffentliche Galerien

Die meisten Museen und öffentliche Galerien auf der ganzen Welt bilden ihre Kunstsammlungen aus Schenkungen und Leihgaben privater Sammler. Nach dem Gesetzentwurf bleiben diese dauerhaft ausgeliehenen Kunstwerke bis zum Auslaufen des Leihvertrages oder bis zum Widerruf als Kulturgüter geschützt.