Ein Trend, der in Berlin angefangen hat, findet großes Interesse bei Künstlern: Kunsträume. Sie sind erst einmal Räume in denen Kunst ausgestellt wird. Allerdings unterscheidet sie von der Galerie, das sie keine Gewinne machen müssen (oder wollen). Sie sind erst einmal nur ein Raum in den der Künstler seine Kunst präsentiert. Man spricht mittlerweile von über 100 dieser Kunsträume.

Sie sind aber nicht nur Ausstellungsraum sondern sollen auch Ort der Begegnung sein, sowohl zwischen Kunstschaffenden als auch mit Kunstinteressierten. Benutzt werden oft leerstehende Häuser und Wohnungen, die dann für kurze Zeit eine Verwendung als Kunstraum finden. Da man nicht dem Markt und seinen Wünschen folgen muss, kann man in diesen alternativen Galerien ausstellen was immer man möchte und eben auch Künstlern einen Raum geben, die sonst eher in Galerien keine Chance haben.

Galerien sind noch entspannt

Oftmals werden die Räume nicht einmal renoviert, Trash ist chic und gibt dem ganzen auch einen authentischen und ursprünglichen Charakter. Die Ausstellungseröffnungen sind denn auch eher eine Party denn ein distinguiertes Beisammensein an Stehtischen im Cocktailkleid.

Die traditionellen Galerien sehen, zumindest noch, keine Konkurrenz, auch weil die Kunsträume andere Märkte bedienen. Vieles was in den Kunsträumen präsentiert wird, kann sich in den klassischen Galerien ohnehin nicht verkaufen, und so nimmt keiner dem anderem Einnahmen weg.

Das Problem wird nur sein, wenn Künstler von ihrer Arbeit leben wollen. Auch eine Kunstraum muss bezahlt werden, und selbst wenn sich die ausstellenden Künstler die Miete teilen, müssen sie dennoch dafür Geld verdienen. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten noch einen normalen Job haben, in Cafes und Restaurants oder als Taxifahrer. Ein wenig Geld verdient man auch durch den Verkauf von Getränken während der Events. Ob das reicht ist zu bezweifeln und irgendwann wird auch die Gewerbeaufsicht nachsehen müssen, ob der Wohnraum gesetzeswidrig genutzt wird. Denn auch wenn man nicht Profit machen will werden die Werke immer noch verkauft.